Die Bauanleitung

Bau der Kolben

Mithilfe einer Lochsäge, die wir an einer Standbohrmaschine befestigt haben, schnitten wir aus etwas Holz zwei Kreise aus.

Nun brachten wir einen weiteren etwas kleineren Aufsatz an die Lochsäge an. Dadurch erhielten wir einen Ring. Wir nahmen nun die beiden Kreise und legten zwischen diese den Holzring und klebten diese mit Holzleim zusammen.

Damit diese auch halten muss man den Kolben etwas pressen. Jedoch sollte man keine Zwingen nutzen, denn da besteht die Gefahr, dass der Kolben unförmig wird. Am besten nimmt man sich ein schweres Buch und legt dieses auf den Kolben.

Der Arbeitskolben, bestehend aus einem ein Jahr lang platt in der Ecke liegendem Luftballon (thank you, Lena), wurde durch zwei Gummiringe am oberen Ende des Zylinders befestigt. Unter Verwendung eines Brausetabletten-Rohrdeckels, an dem wir ebenfalls die Stangen, welche die Kraft vom Arbeitskolben auf das Schwungrad übertragen, konnten wir den Zylinder fast luftdicht verschließen, was ebenfalls sehr wichtig ist.

Bau des Zylinders mit Eiswasserkühlung

Um einen möglichst großen Temperaturunterschied zu erreichen, der einen leistungsfähigen Motor zur Folge hat, haben wir unseren Zylinder mit einem Kühler versehen.

Dazu haben wir eine Ananasdose zerteilt und den Boden mit einem Loch der Größe des Zylinders versehen. Daraufhin haben wir beide Teile (Ananasdose, Pilzdose) miteinander befestigt und füllen den entstandenen Zwischenraum mit Eiswasser.

Hierbei ist jedoch Vorsicht geboten! Zuviel oder zu kaltes Eiswasser hat den gegenteiligen Effekt und kann den Motor durchaus auch lahm legen.

Kurbelwelle

Bau der Kurbelwelle

Die Kurbelwelle haben wir wie in der ursprünglichen Bauanleitung aus einem Kleiderbügel mit Hilfe von Zangen zurechtgebogen. Die so entstandene Achse haben wir unter Verwendung zweier Dübel in horizontaler Richtung im Gerüst fixiert. Daneben erhielten wir ein möglichst reibungsloses Lager durch das Einsetzen zweier Plastikperlen (danke an Lena).

Bau des Schwungrads

Schwungrad

Um ein funktionstüchtiges und auch optisches gelungenes Schwungrad zu erhalten, haben wir aus einem Holzbrett ein regelmäßiges Fünfeck gesägt und in jede der fünf Seiten eine dicke Schraube eingesetzt. Eine sechste Schraube haben wir an der Stelle befestigt, wo nicht der Arbeitskolben, sondern das Schwungrad den Motor antreibt.

Unter Verwendung von Materialien des Seidenmalhandwerks (eine Art Reißbrettstift) und eines Lötkolbens haben wir das Schwungrad mit der Kurbelwelle verbunden.

Bau des Gerüsts

Damit auch das Gerüst nicht allzu plump erscheint haben wir es aus einer Bodenplatte gemacht, worauf wir vier naturfarbene Dachlatten in gleichen Abständen voneinander senkrecht angebracht haben. In etwa der Mitte dieser Holzlatten haben wir ein weiteres Brett angebracht, welches wir zuvor mit Hilfe einer Lochsäge mit einem Loch versehen hatten. In diesem Loch sollte später der Zylinder Platz finden.

Zuletzt haben wir noch ganz oben an den Dachlatten zwei dünne Bretter, mit kleinen Loch versehen, gegenüber angebracht. Somit hat auch unsere Kurbelwelle ihren Platz im Gerüst gefunden.

Zusammenbau

Der Zusammenbau des großartigen Stirlingmotors wird wohl eher ein Erlebnisbericht, als passend zu einer Bauanleitung. Doch wir wollen trotzdem objekiv bleiben, oder es zumindest versuchen, und den Zusammenbau ohne jegliche Emotionen zu berichten.

Zum Zusammenbau des Motors trafen wir uns mit allen bisherigen Einzelteilen. Wir begannen mit dem Einsetzen des Zylinders in das Gerüst. Wunderbar! Den Zylinder wieder herausgenommen und die Luftballonmembram angebracht. Um die Ausdehnung des Luftballons zu testen, setzten wir den Zylinder ein weiteres Mal ein und entzündeten unter dem Zylinder einen kleinen Petroleumbrenner aus dem Chemiebaukasten. Das schien auch ganz gut zu klappen. Nachdem wir den Zylinder ein zweites Mal aus dem Gerüst entfernt hatten, installierten wir die Kurbelwelle und den Kolben. Herrlich wie schön gerade uns die Kurbelwelle gelungen war.

Danach ging es an das Anbinden und -biegen der Schnüre und Kabel. Auch das sah ganz gut aus. Jetzt fehlte nur noch das Schwungrad. Dieses brachten wir so an das wir eine kleine Unwucht dessen zu unserem Gunsten ausnutzen konnten. Gebracht hat es aber nichts. Brenner angezündet. Motor angeworfen!? Ja versucht, aber dabei blieb es auch. Motor wieder auseinandergenommen. Deprimiert und entmutigt ging es an die Fehlersuche. Resultat: Der Kolben, welcher zu dieser Zeit noch aus Kiefernholz bestand, war zu schwer, die Kurbelwelle hatte nicht die perfekten Maße.

Eine Tage später treffen wir uns wieder. Mit neuer Kurbelwelle und neuem Kolben - diesmal aus Balsaholz. Alles montiert, teilweise mussten auch noch andere Teile wie die Kabel erneuert werden.

Petroleum-Brenner angezündet. Die Digitalkamera auf Videofunktion immer griffbereit um auch ja nicht den wichtigen Moment zu verpassen und unserem Lehrer, falls der Motor in der Schule nicht mehr laufen würde, erzählen und beweisen zu können, dass unser Stirlingmotor wenigstens einmal gelaufen ist. Und jetzt kam der alles entscheidene Moment.

Der Moment der über Sieg und Niederlage, über Achtung oder Missachtung, über erfüllen oder nichterfüllen der Erwartungshaltung aller Leute entscheiden würde. Mit zaghaften Fingern drehten wir langsam an der Kurbelwelle - nichts!

Ein weiteres Mal. Diesmal stärker. Man konnte bereits die ersten zaghaften Bemühungen unseres Prachtstücks erkennen. Jetzt noch einmal. Kräftig! Der Motor lief!

ein Text von www.theus.name/stirling/
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